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Peter - und Paulskirche
So wurde 1565 Magister Lorenz Keller erster evangelischer Pfarren in Pfedelbach, später Hofprediger und Superintendent. Sein Epitaph, in Öl gemalt, ist auf der Empore rechts von der Orgel zu sehen. Eine alte gotische Kapelle diente als Gottesdienstraum.
Diese Peter- und Paulskirche diente der Kirchengemeinde nehr als 200 Jahre als Gotteshaus. Von ihr sind bis heute der Turm (heute 52m hoch) und der gotische Chorraum erhalten. Mit dem 30-jährigen Krieg kam viel Not und Leid auch über Pfedelbach. Superintendent und Pfarrer Loenhard Käs starb nach 30jähriger Amtszeit 1664 in Pfedelbach und wurde unter der Kanzel bestattet. Sein Epitaph, ebenfalls auf der Empore, links von der Orgel, zeigt ihn mit seinen Frauen und vielen früh verstorbenen Kindern. Die Kanzel, im Spätrenaissance-Stil ist eine Stiftung der beiden gemeinsam regierenden Grafenbrüder Friedrich Kraft (1623-1681) und Hiskias (1631-1685) von Hohenlohe-Pfedelbach.Sie zeigt die vier Evangelisten und auf dem Schalldeckel den auferstandenen Christus.
In alten Kirchenbücher ist zu lesen: "1724 am Festtag Allerheiligen entschlief in Herrn nach ausgestandener schmerzlicher Krankheit endlich sanft und Stille die hochgeborene Gräfin Christina Juliana v. Hohenlohe-Pfedelbach, unseres gnädigen Grafen und Herrn Gräfin Schwester und wurde nach dero Wunsch und Begehren in hiesiger Kirche hinter dem Altar, den 8. November nach einem Leichzermon beerdigt..." . Der letzte evangelische Graf Ludwig Gottfried starb 1728 kinderlos. Vom katholischen Erben Graf Ferdinand zu Hohenlohe-Bartenstein erhielt die evangelische Kirche kaum Unterstützung. 1890 wurde die Kirche wegen Einsturzgefahr geschlossen. Das Schiff wurde abgerissen (Architekt Frey aus Stuttgart). Am 25. Januar 1894 konnte die neue Peter- und Paulskirche eingeweiht werden. Im Jahre 1960 begann dann eine gründliche Renovierung. Die Orgel auf der zweiten Empore wurde auf die erste Empore versetzt. So wurde das Rosettenfenster frei. Die neuen Chorfenster wurden von Wolf-Dieter Kohler aus Stuttgart geschaffen. Das mittlere Fenster zeigt den gekreuzigten und auferstandenen Christus, das linke Fenster Bilder aus der Josefsgeschichte und das rechte Fenster die Passion Jesu Christi. 1963 mußte ein neuer Glockenstuhl eingebaut werden. Das Stahlglockengeläut, das wegen seines schweren Gewichtes schon längere Zeit nicht mehr zusammen geläutet werden durfte, wich vier neuen, leichteren Bronzeglocken. Am 30. August 1992 wurde die neue Orgel eingeweiht. Sie ist das Werk von Orgelbaumeister P. Plum aus Marbach/N.. Sie ist unter Organisten weit über Pfedelbach hinaus bekannt. Text: M. Mickler Quellenangaben: Dorothea Thaler/Gerhard Wagner |