Evangelische Kirchengemeinde 
Pfedelbach

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Peter u Paul 29 6 05

 

 

Peter - und Paulskirche

In vorreformatorischer Zeit - Pfedelbach ist im Jahr 1037 erstmals urkundlich erwähnt - wurde das Dorf von den Öhringer Stiftsherren kirchlich betreut. Die im Jahr 1555 im Raum Öhringen durchgeführte Reformation hatte zur Folge, dass das Chorherrenstift aufgelöst wurde. Das Vermögen des Stiftes stand nun den Grafen von Hohenlohe für kirchliche Zwecke zu.

So wurde 1565 Magister Lorenz Keller erster evangelischer Pfarren in Pfedelbach, später Hofprediger und Superintendent. Sein Epitaph, in Öl gemalt, ist auf der Empore rechts von der Orgel zu sehen. Eine alte gotische Kapelle diente als Gottesdienstraum.

 

Die Geschichte der evang. Kirche ist der des Schlosses eng verbunden. 1572 wurde mit dem Bau des Schlosses begonnen. Nach dessen Fertigstellung liß die Gräfinwitwe Agatha von Hohenlohe-Tübingen 1588/89 eine neue Kirche an Stelle der Kapelle erbauen. Die Inschrift, die damals über dem Eingang stand, ist heute an der Südwand des Chores zu sehen. Auf dem Altar am Fuße des Kreuzes: das Allianzwappen Hohenlohe-Tübingen.

Diese Peter- und Paulskirche diente der Kirchengemeinde nehr als 200 Jahre als Gotteshaus. Von ihr sind bis heute der Turm (heute 52m hoch) und der gotische Chorraum erhalten.

Mit dem 30-jährigen Krieg kam viel Not und Leid auch über Pfedelbach. Superintendent und Pfarrer Loenhard Käs starb nach 30jähriger Amtszeit 1664 in Pfedelbach und wurde unter der Kanzel bestattet. Sein Epitaph, ebenfalls auf der Empore, links von der Orgel, zeigt ihn mit seinen Frauen und vielen früh verstorbenen Kindern.

Die Kanzel, im Spätrenaissance-Stil ist eine Stiftung der beiden gemeinsam regierenden Grafenbrüder Friedrich Kraft (1623-1681) und Hiskias (1631-1685) von Hohenlohe-Pfedelbach.Sie zeigt die vier Evangelisten und auf dem Schalldeckel den auferstandenen Christus.

 

Aus dieser Zeit stammen die Bilder der Apostel, Propheten und Jesu mit seinen Jüngern an der Emporebrüstung; vermutlich von dem Pfedelbacher Maler Creutzfelder. Petrus mit dem Schlüssel und Paulus mit dem Schwert stehen links und rechts vom Südportal. Hinter dem Altar wurde bei der Renovierung der Heizungsanlage 1999 die Gruft der Gräfin Christina Juliana wieder entdeckt, ihr Epitaph ist an der Nortseite des Chores.

In alten Kirchenbücher ist zu lesen: "1724 am Festtag Allerheiligen entschlief in Herrn nach ausgestandener schmerzlicher Krankheit endlich sanft und Stille die hochgeborene Gräfin Christina Juliana v. Hohenlohe-Pfedelbach, unseres gnädigen Grafen und Herrn Gräfin Schwester und wurde nach dero Wunsch und Begehren in hiesiger Kirche hinter dem Altar, den 8. November nach einem Leichzermon beerdigt..." . Der letzte evangelische Graf Ludwig Gottfried starb 1728 kinderlos. Vom katholischen Erben Graf Ferdinand zu Hohenlohe-Bartenstein erhielt die evangelische Kirche kaum Unterstützung.

1890 wurde die Kirche wegen Einsturzgefahr geschlossen. Das Schiff wurde abgerissen (Architekt Frey aus Stuttgart). Am 25. Januar 1894 konnte die neue Peter- und Paulskirche eingeweiht werden. Im Jahre 1960 begann dann eine gründliche Renovierung. Die Orgel auf der zweiten Empore wurde auf die erste Empore versetzt. So wurde das Rosettenfenster frei.

Die neuen Chorfenster wurden von Wolf-Dieter Kohler aus Stuttgart geschaffen. Das mittlere Fenster zeigt den gekreuzigten und auferstandenen Christus, das linke Fenster Bilder aus der Josefsgeschichte und das rechte Fenster die Passion Jesu Christi.

1963 mußte ein neuer Glockenstuhl eingebaut werden. Das Stahlglockengeläut, das wegen seines schweren Gewichtes schon längere Zeit nicht mehr zusammen geläutet werden durfte, wich vier neuen, leichteren Bronzeglocken.

Am 30. August 1992 wurde die neue Orgel eingeweiht. Sie ist das Werk von Orgelbaumeister P. Plum aus Marbach/N.. Sie ist unter Organisten weit über Pfedelbach hinaus bekannt.

Text: M. Mickler Quellenangaben: Dorothea Thaler/Gerhard Wagner

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